Wie eine Umfrage in den USA ergab, konsumieren rund 3,7 Prozent aller werdenden Mütter regelmäßig Cannabis. Welche Auswirkungen die Droge auf die Gesundheit des Kindes hat, zeigen Langzeitstudien US-amerikanischer Universitäten.

Cannabis gegen Schwangerschaftsbeschwerden

In weiten Teilen der Gesellschaft ist Cannabis längst als Medament akzeptiert. Die Pflanze wird zur Behandlung von Schmerzen verwendet, hilft bei Migräne und kann Depressionen lindern. Immer mehr werdende Mütter ziehen die Pflanze in Betracht, um die typischen Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern. So hilft Cannabis kurzfristig gegen Appetitlosigkeit, Übelkeit und Angstzustände, aber auch gegen Schmerzen und allgemeines Unwohlsein. Der Mangel an Forschung führt jedoch dazu, dass von einer gezielten Einnahme von THC-haltigen Produkten während der Schwangerschaft abgerten wird. Die negativen Auswirkungen, die mit der Substanz verbunden werden, tragen zu einer weiteren Abschreckung bei.

Drogen und ihre Auswirkungen auf Föten

Grundsätzlich können Drogen wie Cannabis verschiedene, negative Auswirkungen auf Körper und Geist des Kindes haben. Sowohl Cannabis als auch Alkohol oder Tabak können ein reduziertes Wachstum, eine geringere Reife und Veränderungen der Neurotransmitter bedingen. Besonders problematisch ist letzteres, denn die Signalstoffe im Zentralnervensystem sind essentiell für die Organisation des Gehirns. Mehrere Langzeitstudien, die im Verlauf der letzten 20 bis 30 Jahre an verschiedenen Universitäten durchgeführt wurden, zeigen auf, welche Risiken von Cannabis im Speziellen ausgehen.

Langzeitstudien zeigen Auswirkungen von Cannabis während der Schwangerschaft

Bislang wurden mehrere Langzeitstudien veröffentlicht, die sich mit den Cannabiskonsum während der Schwangerschaft befassen. Untersucht wurde, wie der regelmäßige Konsum von Cannabis ein Kind im Mutterleib beeinflusst. Dabei wurden die betroffenen Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft einmal oder mehrmals Cannabis konsumierten, teilweise über Jahrzehnte hinweg regelmäßig untersucht, um sowohl unmittelbare Auswirkungen als auch die Langzeitfolgen des Konsums bewerten zu können.
Zu den wichtigsten Studien zählt eine Studie, die an der Universität von Ottawa (Kanada) durchgeführt wurde sowie eine Studie, die an der Universität von Pittsburgh (USA) durchgeführt wurde.

Cannabis hat keinen Einfluss auf das Wachstum der Feten

Wie die durchgeführten Untersuchungen zeigen, hat Cannabiskonsum keinen Einfluss auf das Wachstum der ungeborenen Kinder. Auch Missbildungen konnten nicht beobachtet werden. Dennoch wurden Auswirkungen auf die körperliche Verfassung der Föten bemerkt. So zitterten Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumierten, nach der Geburt vermehrt und litten teilweise auch an Einschränkungen im Bereich der Muskelfunktion.

Einflüsse auf den Intelligenzquotienten oder auf das Wachstum der Kinder konnten innerhalb der Studien nicht festgestellt werden. Langfristige Auswirkungen konnten jedoch unter anderem auf die Fähigkeit, abstrakte Probleme zu lösen, festgestellt werden. Zudem lassen die Ergebnisse vermuten, dass das visuelle Gedächtnis und das analytische Verständnis negativ von Wirkstoffen im Cannabis beeinflusst werden.
Während die Sprachentwicklung durch den Konsum der Pflanze nicht unmittelbar beeinträchtigt wird, kann die Droge unter anderem zu einer geringeren Lesefähigkeit und zu minimalen Einschränkungen in der Auffassungsgabe führen.